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So sind wir vom 14.01.2006 - 12.02.2006 rumgefahren:



Wir waren zu fünft:
Dagmar, Olaf, Jens, Diana und Mario


Was kostet das Ganze:

Reisepass mit lustigen neuen Bildchen und Visum von der mosambikanischen Botschaft ca. 100,- €
noch zweimal Impfen 120,- €
Flug:
Diesmal mit Air Namibia: Frankfurt a. M. -> Windhoek -> Johannesburg, 620,- Euro Pro Person.

Mietwagen ab Jo-burg Flughafen

Chevrolet Optra mit Klima mit 3 Personen
Opel Corsa Lite ohne Klima mit 2 Personen


Sa 14.01
Fahrt nach Frankfurt/Main (400 km), Abflug gegen 22.00 Uhr
So 15.01
gegen 8.00 Ankunft in Windhoek
Weiterflug nach Johannesburg
Übernahme der Mietwagen bei Thrifty Dollar, es war nur ein Wagen (Opel Corsa) reserviert obwohl wir zwei bestellt hatten. Den zweiten Wagen (Chevrolet) haben wir nach Vorlage unserer Reservierung bekommen
Fahrt zum RevelIn zwischen Rustenburg und Swartruggens (200 km).
Erste Regengüsse kurz nach der Abfahrt
In Johannesburg bin ich nach Gefühl vorrausgefahren bis wir nicht mehr mussten wo wir sind - wir waren aber genau richtig
Nach mehrmaligen falschen Abbiegen haben wir das RevelIn erreicht. Wir sind z. Zt. die einzigen Gäste.
Mo 16.01.
Fahrt nach Swartruggens zu Einkaufen
Wanderung auf dem Nature-Trail - ein wenige Kilometer langer Rundweg durch den Busch über einen Hügel, es wird heisser, erster Sonnebrand, ausser Ameisenlöwen und bunten Blüten kaum etwas zu sehen, auf den letzten Metern extremer Zeckenbefall, Abends gegrillt

Di 17.01.06
Fahrt vom RevelIn über Zeerust / Lobatse nach Gaborone ca. 250 km)
unproblematische Ausreise nach Botswana, am Grenzposten ist kaum etwas los. Diverse Gebühren für die Autos sind fällig. Geldumtausch ist in einer Wechselstube möglich.
Gezeltet im City-Camp Gaborone, Campingplatz mit Hühnerhaltung
Ich kontrolliere, eigentlich ohne konkreten Anlass, unsere Reifen, und stelle fest, dass die Vorderen schon halb abgefahren sind. Das Lenkrad steht auch nicht ganz gerade und bei ca. 95 km/h fängt es an zu vibrieren. Das Auto hat erst ca. 4000 km runter. Beim Opel Corsa haben die Reifen noch das volle Profil.
Abends sin wir in die Innenstadt von Gaborone (Shopping Mall) gelaufen. Pizzeria, e-mail geschrieben, Bier getrunken.

Mi 18.01.06
Fahrt von Gaborone nach Mochudi, Museum besucht, weiter über Mahalapye, Palapye, Serowe, Lethlakane vorbei an der angeblich gesperrten Diamanten-Bergbau-Stadt Orapa bis Mopipi (ca. 500 km)
Polizeikontrontrolle "how are you?", Führerschein zeigen, woher? - Gaborone, wohin? - Rakops, alles klar gute Weiterreise
Wir wollten ursprünglich bis Rakops da aber bei Mopipi die Straße extrem schlecht wird und der Abend immer näher rückt, campen wir in der Savanne. Ausser Mücken und Vögeln keine weiteren Tiere bemerkt.

Do. 19.01.06
Fahrt von Rakops nach Maun (ca. 200 km). Frühstück im Motel bei Rakops. In Maun steigen wir in der Okavango-River-Lodge ab. Camping für ca. 5,- Euro pro Person - wie fast überall auf unserer Reise. Diana versucht im Freien unter ihrem Moskitonetz zu nächtigen.

Auf der Fahrt durch den Ort kommen wir an etlichen Lodges vorbei. Auch ein Backpacker wirbt mit einer großen Tafel am Strassenrand. Ziegenherden bis in Ort hinein.
Im Camp kommt ein Slowenisches Off-Road Fahrzeug an. Haufenweise Aufkleber und ein Schriftzug "Mit Dem Auto rund um die Welt" (sinngemäß).
Wieder einmal kontrolliere ich unsere Reifen. Der vordere Rechte ist innen schon komplett abgefahren. Eine Weiterfahrt ist nicht zu verantworten. Wenn der Verschleiss so weitergeht wird er nach wenigen hundert Kilometern platzen. Beim Barkeeper des Camps erkundige ich mich nach einer Werkstatt seines Vertrauens. Er empfiehlt mir MaxiPrest, ein südafrikanische Reifenreparaturkette. Wir kommen kurz vor Ladenschluß an und werden zu einer anderen Werkstatt ca. 200 m weiter geschickt, die mit einem Achsmeßcomputer ausgerüstet ist.

Der Chef und ein Angestellter suchen nach den Daten für unser Fahrzeug - erfolglos. Angezeigt werden nur Fahrzeuge bis Modelljahr 2000 - unserer ist von 2005. Über Südafrika versucht er die Einstellwerte in Erfahrung zu bringen, ebenfalls erfolglos, er wird auf den nächsten Tag vertröstet. Wir ziehen wieder ab, um uns um einen Flug über das Okavango-Delta (Scenic-Flight) zu kümmern.
Am Flughafen der Stadt treffen wir am Büro zwei Männer, die uns mitteilen, dass das Büro für diesen Tag geschlossen hat. Reservierungen sind aber jederzeit kurzfristig möglich.
Fr. 20.01.02
In der Werkstatt hat man jetzt die Daten für unser Fahrzeug. Das Lenkrad wird geradegestellt, die Spur justiert (wheel alignment), der schlechte Reifen kommt auf das Ersatzrad und die guten Reifen nach vorne.
Auf dem Flughafen buchen wir den "Scenic-Flight". Eine Stunde (oder war es eine halbe?) mit einer Cessna über das Okavango Delta für ca. 50 Euro pro Person. Abflug ist 16.00 Uhr.



Während wir warten ziehen Gewitter auf, der Flug scheint in Frage gestellt. Gegen 16.00 Uhr ist das Wetter wieder besser und wir fliegen wie geplant.
Im Ort telefonieren nach Hause und erfahren, dass unsere Autos im Frankfurt am Main aus dem Parkverbot abgeschleppt wurden. Mit einem weiteren Telefonat versuchen wir die Auslösung unserer Fahrzeuge zu organisieren um den finanziellen Schaden in Grenzen zu halten (10,- Euro pro Auto und Tag zzgl 100,- Abschleppgebühr)
Den Abend Verbringen wir in einer Bar ausserhalb des Camps die vorwiegend von Einheimischen besucht wird.
Sa. 21.01.02
Fahrt von Maun über Gweta, Nata nach Pandamatenga. (ca. 500 km)
Der größte Teil der Strecke führt durch "Elefantengebiet". Uns begegnen tatsächlich einige unmittelbar an der Straße.
Zum Mittagessen gehen wir in Gweta in die örtliche Lebenmittelverkaufsstelle mit angeschlossener Küche. Sie erinnert uns an eine DDR-Konsumverkaufsstelle. Das Essen ist einfache botswanische Hausmannskost, gut und günstig.

Nach 250 km erreichen wir Nata und tanken noch einmal voll, dann geht es noch einmal 200 km nach Norden, Richtung Kasane. Die meist schnurgerade verlaufende Straße führt immer noch durch "Elefantenland" an der simbabwischen Grenze entlang. Auf halber Strecke befindet sich als einziger Anlaufpunkt das erst 2005 eröffnete "Elephant sands camp" wo wir Rast machen. Hier treffen wir auf eine Reisegruppe mit einem "Overlander" unterwegs ist.Wir kennen sie bereits von Maun.

Wir wollen bei Tageslicht das noch 100 km entfernte Pandamatenga erreichen. Auch auf diesem Streckenabschnitt begegnen uns hin und wieder Elefanten bzw. verraten deren Dunghaufen auf der Straße ihre Anwesenheit.

Bereits 20 km vor dem Ort werben die ersten Schilder für die "Touch of Africa Lodge". Uns wurde aber das "Panda-Camp" empfohlen. Als wir dort ankommen ist zu. Sollte keine andere Unterkunft zu finden sein, wollen wir jedoch am Zaun "wild" campen. Aber wir machen noch einen Versuch und fahren ein Stück weiter. Auf der Hauptstraße sind wir jetzt die Einzigen und es ist stockdunkel. Ca. 50 m vor uns liegen zwei größere Tiere an der Straße. Es werden wohl Kühe sein, wie sie in Botswana überall an und auf der Straße herumstehen. Als wir langsam näherkommen, stehen sie auf und entfernen sich. Nach ihrer Größe und Bewegung halten wir sie jetzt allerdings nicht mehr für Rinder. Eher dürften es zwei Löwen gewesen sein. In diesem Moment haben wir plötzlich gar kein Interesse mehr im Freien zu campen. Bald darauf erreichen wir das "Touch af Africa". Nach dem allgemeinen englischen Begrüßungs-bla-bla fragt uns der Inhaber "Jo, seid's Deutsche?" Was wir nicht wussten: Franz ist Österreicher.
Auf unsere etwas unsichere Frage ob das da draussen Löwen gwesen sein könnten antwortet er: "Ja, die Löwen sind ein Problem. Sie treiben sich schon eine ganze Weile in der Gegend herum und haben es auf die Rinder abgesehen. Es kann sein, dass ich heute Nacht noch mal raus um sie zu verjagen". Und tatsächlich ziehen wir etwas später mit seinem Pickup noch einmal los. Franz mit dem Gewehr auf der Ladefläche, daneben Olaf mit dem Suchscheinwerfer, Jens fährt und ich mit dem Fernglas daneben. Eine Hinweis gibt er Jens noch: "Es könnte sein das wir auf mehr als zwei Löwen treffen. Wenn ich also sage: 'Fahr zu!' dann Gas und nichts wie weg". Nach kurzer Fahrt sehen wir ca. 50 m von der Straße entfernt, auf einer Anhöhe zwei Augenpaare im Scheinwerferlicht. Plötzlich knallt es ohrenbetäubend über mir, Franz hat zwei Warnschüsse abgegeben. Das Löwenpaar steht langsam auf und verschwindet in der Dunkelheit, begleitet von Franz' Wünschen sie mögen sich wieder nach Simbabwe verziehen. Mit einem gemeinsamen Drink beenden wir den bisher interessantesten Tag unserer Reise.


So. 22.01.06
Pantamatenga-Victoria-Falls
In Kasane haben wir uns auf Simbabwe vorbereitet. Das hiess zunächst volltanken. Die erste Tankstelle hatte gerade geschlossen, doch dahinter haben wir einen Angestellten mit einem leeren Plastkanister bemerkt. Dieser hat für 20 Pula sofort den Besitzer gewechselt - eiserne Reserve. Damit sind wir in den eigentlichen Ort zur nächsten Tankstelle und haben alle Behältnisse befüllt.

SIMBABWE

Der (uns bekannte) Papierkrieg an Grenze wurde um eine weitere KFZ-Einfuhr-Gebühr erweitert (ca 15,00 Euro) zusätzlich zu Carbon-Tax, Third-Party-Insurance und Visageühr. Für alle diese Gebühren werden jedoch keine Simbabwe Dollar akzeptiert sondern nur Rand, Pula, US-Dollar, Britische Pfund oder Euro - für uns eine gute Gelegenheit unsere Pula loszuwerden. Immer passend zahlen, herausgegeben wird grundsätzlich nicht.

In Victoria Falls haben wir uns im "Victoria Falls Backpacker" einquartiert. Olaf, Diana und Jens haben den Helikopterflug über die Fälle gebucht (80 US$), Dagmar und ich hatten bereits 2003 das Vergnügen. Wir haben die Sundownerfahrt auf dem Sambesi genommen (25 US$). Die örtliche Währung (Simbabwe-Dollar) haben wir auf Bestellung in den Backpacker bekommen: 1 Euro = 120.000 Sim-Dollar. Vor dem geplanten Spaziergang in den Ort wollte Olaf sein umgetauschtes und nicht umgetauschtes Geld im Safe deponieren, der den Gästen kostenlos zu Verfügung steht. Weil aber die Schliesfächer seiner Meinung nach nur die Grösse einer Zigarettenschachtel haben, hat er es bleiben lassen. Durch die Inflation bekommt man für 100 Euro genug Sim-Dollar um einen Schuhkarton zu füllen - "instant millionair" sagen die Einheimischem.
Am Abend waren wir im Ort, in einer Art Musikkneipe, später noch in einer anderen Bar. Im Dunkeln ging es zurück zum Backpacker. In der Siedlung haben wir uns dann aber ein bissel verlaufen. Immer wieder sind wir irgendwo rausgekommen wo wir nicht hinwollten. Also zurück, und an der letzten Kreuzung andersrum. Irgendwann habe ich mich von der Gruppe getrennt "In fünf Minuten finde ich den Weg auch ohne Euch!". Ich habe am Ende über eine Stunde für die letzten 200m gebraucht. Ein Wachmann der gerade seine Runde machte war mein Glück. Er hat mir freundlicherweise den Weg gezeigt. Eigentlich ganz einfach zu finden. Die Siedlung ist mehr oder wenig rechtwinklig angelegt. Immer eine Kreuzung rechts weg, die nächste links - so sind wir schon mehrmals sicher angekommen. An einigen Kreuzungen stehen sogar große Wegweiser "Victoria Falls Backpacker ->". Die Ursache war wohl, dass an einer Kreuzung die Laterne ausgefallen war, der Abzweig war im Dunkeln nicht als solcher zu erkennen. Als ich ankomme saßen die Anderen schon lange da. Zum Tagesabschluß haben wir Karten gespielt. Um die ganzen 10.000er, hatten wir ja bündelweise. Währenddessen wurden ca 30m entfernt Olafs und Jens' Zelt ausgeräumt. Die Beute: meherere hundert Euro und US-Dollar, ein paar Millionen Simbabwe-Dollar, zwei Videokameras, ein eine Digitalkamera, eine Visacard, ein Reisepass, Medikamente, Führerschein, ein Personalausweis, das einzige funktionierende Handy (war ausgeschalten) und ein paar alte Tunschuhe. Mit viel Getöse haben wir erst den Wächter und dann den Inhaber des Camps aufgeweckt. Bis gegen 3.00 Uhr haben wir dann mit Telefonieren zugebacht (Karten sperren etc.). Wir wähnten uns relativ sicher. Grundstück mit Torwächter, drumherum eine Mauer mit Stacheldraht obenauf. Das Loch in der Mauer haben wir spätergefunden.


Mo. 23.01.06
Vic-Falls

Am Vormittag sind Olaf und Jens zwecks Protokollaufnahme zur Polizei gefahren. Man muß in Simbabwe schon zur Polizei hin wenn man etwas will, kein Benzin - keine Hausbesuche. Beim Absuchen des vermutlichen Fluchtweges sind Personalausweis, Medikamente und Führerschein im Gebüsch wieder aufgetaucht. Wir sind dann noch bis an den Sambesi weitergewandert. Hier warnen Schilder vor Krokodilen. Von der anderen Seite des Flusses (Sambia) zieht langsam ein Gewitter auf. Als wir die Hauptstraße erreichen sind wir mittendrin, es schüttet wie aus Eimern und um uns herum krachen die Blitze. Wir stehen ziemlich dumm am Straßenrand. Bei Gewitter laufe ich ja überhaupt nicht gerne draussen herum. Ein Taxi (ca. 20 Jahre alte Klapperkiste) kommt vorbei. Der Fahrer bietet an uns in den nur 2-3 km entfernten Ort zu fahren. Aber als er 5 US$ pro Person haben will, wird das Angebot mehrheitlich abgelehnt. Wir handeln dann einen erträglichen Tarif von 5 US$ für die ganze Fuhre aus und lassen uns kutschieren. Als reicher Tourist kann oder muß man verschieden Gebühren in Devisen zahlen. Umgerechnet wird meist ordnungsgemäss zum Tageskurs - man kann den den günstigen Euro ausnutzen. Nicht so am Wanderpfad an den Victoriafällen (20 US$ Dollar Eintritt)- da wird der Einfachheit 1 Euro = 1 US$ gerechnet - man macht miese wenn man in Euro bezahlt.



Di. 24.01.06
Vic-Falls-Hwange
Um etliche Dollar, Euros und weitere Wertsachen erleichtert treten wir die Weiterreise an. Zunächst besuchen wir noch in Victoria Falls eine Krokodilfarm. Hunderte Schnappies und noch viel mehr.
Weiter geht es zum Hwange Park. (ca. 150 km) Ursprünglich wollten auf dem kürzesten Weg, am Sinamatella Camp in den Park fahren und dann ca. 100 km im Park bis zum Main Camp. Genau so hatten wir es 2003 schon einmal gemacht. In Vic-Falls haben wir aber erfahren, dass die Verbindungsstraße zwischen den beiden Camps unterbrochen ist. An einer Stelle wurde sie von einem Unwetter weggespült.

Im Main Camp war alles sauber und gepflegt - wie gehabt. 15 Dollar Eintritt, die Lodges werden jetzt auch in Fremdwährung berechnet. Gegend Abend haben wir unsere erste Tour durch den Park gemacht. Zwei große Uhren am Tor zeigen an ab wann man füh reindarf und bis wann man wieder zurück sein muß. War wohl von 6.30 Uhr bis 19.30 Uhr. Die erste Tour führte uns zur "Platform 1". An diesem Wasserloch mit schöner Beobachtungmöglichkeit hatten wir 2003 das Glück zwei Elefantenherden mit weit über 50 Tieren beim Bad beobachten zu können. Dieses mal war nicht ganz so viel los. Einige Zebras und Giraffen am und ein Krokodil im Wasserloch. Die Elefantenherde am Horizont tat uns leider nicht den Gefallen näher zu kommen. Bei der Weiterfahrt sind uns noch Kronenkraniche, Strausse, Paviane, Waffenkiebitze, Störche und viele andere Vögel begegnet.

Am Ende des Tages haben dann doch noch einige Elefanten unseren Weg gekreuzt. Es ist Regenzeit und das Grasland neben der Straße ist teileise überschwemmt und aufgeweicht. Fast hätten wir den Chevrolet im Schlamm festgesetzt. Wir kommen natürlich ein paar Minuten zu spät am Tor an. Der Wächter wirft uns einen strafenden Blick zu und fragt sinngemäß ob wir die Uhr kennen. Im Camp waren mit uns ca. 10 Gäste, darunter eine Mitarbeiterin der Deutschen Botschaft. Im Restaurant gibt es zwar eine Speisekarte, was aber der Koch vorrätig hat ist eine andere Sache. Wir waren es trotzdem zufrieden, auch wenn zwischendurch immer mal der Strom ausfiel. Man ist daran gewöhnt und ein candlelight lässt nicht lange auf sich warten.


Mi. 25.01.06
Am zweiten Tag im Park sind wir gegen 8.00 Uhr auf Beobachtungstour gefahren. Wieder zur bekannten Wasserstelle "Plattform 1". Kurz vor dem Ziel, ca. 15km vom Camp enfernt, treffen wir zwei weitere Parkbesucher. Die beiden Männer haben ihren Mini-Pickup im Schlamm festgesetzt. In der letzten große Pfütze haben sie die Ideallinie verfehlt und sind mittendrin steckengeblieben. Die braune Pampe reicht ihnen schon bis zu den Knien. Allein hätten sie ihr Auto wohl nicht freibekommen, aber zu fünft geht es ruck-zuck. Die auffälligste Tierart sind wieder die Giraffen. Fast hätten wir eine sehr seltene Species übersehen. Direkt neben der Straße liegen große bunte Hunde. Es sind afrikanische Wildhunde - Painted Dogs. Sie zeigen keinerlei Scheu und laufen zwischen den Autos herum.

Im Camp frage ich nach einer Tankmöglichkeit. An der Rezeption soll es gegen Us-$ Benzin-Gutscheine geben. Die Parktankstelle macht zwar nicht den Eindruck als ob es dort noch etwas gibt, aber wir bekommen tatsächlich einen positiven Bescheid. Es werden aber nur 50-Liter Coupons zu 50 US-$ verkauft. Da wir mit zwei Autos unterwegs waren, konnten wir aufteilen. Zunächst sah es aber nicht so aus als ob wir Benzin bekommen könnten. Die Benzinzapfsäule liess sich, weil selten benutzt, nicht in Gang bringen. An diesem, schon etwas in die Jahre gekommenen Teil war der Mitnehmer eines Hebels gebrochen. Mein Taschenmesser hatte eine passende Klinge, die diese Funktion übernehmen konnte.


Do. 26.01.06
Hwange-Bulawayo
In Bulawayo haben wir im Afric-Sun-Backpacker Station gemacht - unserer guten Erfahrung aus 2003 wegen. Ich habe versucht die Unterkunft nach Gefühl zu finden, wir haben aber in der falschen Siedlung gesucht. Als wir ziemlich planlos umhergefahren sind, hatte der Corsa plötzlich einen Platten. Zu allem Überfluss tauchte dann noch ein PKW mit Jugendlichen auf, der uns schon in der Innenstadt negativ aufgefallen war. Während olaf und Jens das Rad wechselten, habe ich noch einen Versuch gestartet und unseren Backpacker dann doch noch gefunden. Die Betreiberfamilie hat aber mittlerweile ihre Lizenz abegeben, da sie Geld kostet aber keiner mehr kommt. Trotzdem wurden wir herzlich aufgenommen. Getankt haben wir in Bulawayo auf Empfehlung bei einem Holländer mit einem Auto-Teile-Handel und zwei Zapfsäulen im Hinterhof. Er erklärte uns die Situation so: "Wir müssen hier unter dem Radar arbeiten, damit es weitergeht". Heute wäre aber gerade ein schlechter Tag zum Tanken, da die Polizei schon da war. Wir sollten besser am nächsten Tag wiederkommen, was wir dann auch getan haben. Bezahlt haben wir 0,90 US$ / Liter.
Fr. 27.01.06
Bulawayo
Einen Corsareifen reparieren lassen. Zwei Beschädigungen in der Seitenwand wurden zuvulkanisiert - in Deutschland würde so etwas aus Sicherheitsgründen nicht gemacht - der Reifen wäre Schrott.
Sa. 28.01.06
Bulawayo-Gweru
Der Gweru-Antelope-Park ist die meiner Meinung nach am besten ausgelastete Touristenattraktion in Simbabwe. Die Anlage erreicht man über eine Sandpiste, sie ist ca. 5 km vom Ort entfernt. Bei dieser Gelegenheit stellten wir uns wieder mal die Frage "Ob hier noch etwas kommt?" Aber in Afrika ist es immer weiter als man denkt. Die Aktivitäten kosten zwischen 25 und 40 US$ (Elephant riding, Elephant swimming, walk-with-lions). Bezahlt werden kann auch hier zum ordnungsgemässen Euro-Wechselkurs.



So. 29.01.06
Gweru-Harare
Am Ortseingang Harare haben wir die einzige Tankstelle passiert, an der getankt wurde. 1 Liter für 120.000 ZIM-Dollar = 1 Euro. Die Geldzählmaschine war ständig am Rattern. Wir hatten natürlich gerade nicht soviel Landeswährung dabei. In unserer Unterkunft, dem Small-World-Backpacker haben wir nach Benzin gefragt, der uns dann auch frei Haus geliefert wurde. Für den schlimmsten Fall hatten wir ja aus Botswana unseren immer noch vollen 20 Liter-Plastkanister mitgebracht. Es soll ein neues Gesetz geben, wonach Benzin nur noch in den typischen Blechkanistern aufbewahrt oder getankt werden darf. Dennoch waren fast auf jedem Pickup mehrere der grossen runden Plastedosen zu sehen. Am Abend haben wir einen City-Bummel unternommen. Bei der Gelegenheit wurden Passbilder für Olafs neuen Reisepass, sein und Dianas Mosambikvisum angefertigt.


Mo. 30.01.06
Harare
Früh um neun sind wir zur deutschen Botschaft um einen neuen Reisepass für Olaf zu beantragen. Wir mussten allerdings das Ende der montäglichen Dienstbesprechung gegen elf abwarten. Die deutsche Botschaft in Harare war übrigens die einzige Institutiuon, die keine Rand, US-Dollar oder Euro haben wollte. Hier nimmt man nur Zim-Dollar - die ofizielle Landeswährung.

Einkaufen in Simbabwe:
Als Tourist (oder Einheimischer) mit genügend Simbabwe Dollar kann man ganz normal in den Supermärkten einkaufen. Die Spar-Märkte halten einen Vergleich mit mitteleuropäischen Läden durchaus stand. Auch die Preise sind denen in Deutschland vergleichbar. Fleisch und Fleischprodukte sind jedoch wesentlich teurer. Auf der anderen Seite sind die Waren für viele Einheimische unerschwinglich. Bei einem Monatsverdienst von vielleicht 100 Euro oder weniger sind ein Bier für umgerechnet 50 Cent oder ein Paar Tunschuhe für 20 Euro schon Luxus.


Di
Harare-Chimoio

Ganz schön viel Verkehr in Harare, wenn man bedenkt wie knapp der Sprit ist. Auf der Fahrt Harare - Mutare sind uns auffällig viele Tanklaster entgegengekommen. Wir haben vermutet, dass sie vielleicht Benzin aus Beira bringen, genaueres haben wir nicht herausgefunden.



MOSAMBIK

Eine ehemalige Krokodilfarm ist unser erstes Quartier in Mosambik. Zum Komplex gehören Lodges und Chalets verschiedener Kategorien und ein Restaurant. Es sind nur wenige Gäste da, doch auch am Nachbartisch wird deutsch gesprochen. Wir wählen wieder billigste Übernachtungsmöglichkeit - Camping. Kurz darauf werden wir von einer Mitarbeiterin angesprochen. Es würde schlechtes Wetter kommen und wir würden gut daran tun uns in eine feste Behausung einzumieten. Zunächst lehnen wir dankend ab, doch als sie uns mit einem Sonderpreis lockt ziehen wir in die Lodges ein. Tatsächlich regnet es in der Nacht in Strömen. An der Stelle wo wir campen wollten, fließt ein munteres Bächlein.


Mi
Chimoio-Vilanculos


Do
Vilanculos-Tofo


Fr
Tofo


Sa
Tofo-Zavala-Maputo
Der deutschsprechende Händler, der uns 2003 den Weg in Antonios Dorf gewiesen hat, ist leider nicht aufzufinden, seine Kaufhöhle hat geschlossen. So versuchen wir auf eigene Faust den Abzweig von der Hauptstraße zu finden. Ungefähr 5km aus dem Ort heraus und dann irgendwo links abbiegen auf eine der schmalen Sandpisten, die für uns alle gleich aussehen. Ich habe begründete Hoffnung, dass wir den richtigen Weg finden, da wir diese Strecke vor drei Jahren mehmals auch allein gefahren sind. Aber diese Hoffnung schwindet bald. Nichts sieht mehr so aus wie in meiner verblassten Erinnerung und irgendwann stehen wir ziemlich dumm im mosambikanischen Busch herum. Einen letzten Versuch unternehmen wir noch. An einem Abzweig, der dem gesuchten am ähnlichsten scheint, stehen ein paar Kinder. Wir Nennen Antonios Familiennamen "Muguande" und zeigen fragend in die vermutete Richtung. Die Antwort könnte man als Zustimmung deuten. Also wagen wir es und fahren in die Wildnis. Der Weg ist eben noch so mit einem PKW zu befahren. Hin und wieder muß ein Palmwedel zur Seite geräumt werden. An einigen Stellen, wo der Sand etwas tiefer erscheint geht es mit Schwung durch. In solchen Momente denken wir an unseren Autovermieter "Wenn die wüssten wo wir mit ihren Autos langfahren". Nach ca. 2km schwindet aber auch die letzte Hoffnung Antonios Hütten zu finden. Irgendwie sieht das hier alles anders aus. Olaf und Jens im zweiten Auto sind schon zurückgefallen, wir fahren noch ein kleines Stück weiter. Als wir wieder mal an einer Hütte vorbeikommen glaube ich die Stelle wieder zuerkennen wo wir 2003 unser Auto abgestellt hatten. Und 100 Meter weiter ist Antonios Hütte! Also steigen wir aus und gehen das letzte Stück zu Fuß, da hier auch der befahrbare Teil des Weges endet. An der Hütte angekommen sieht es aber auch schon wieder anders aus. Die Hütten wie wir sie kennen sind nicht mehr da, stattdessen steht da ein Haus. Es ist auch niemand da, den wir fragen könnten. Doch hinter dem Haus ist die Wasserzisterne, wie wir sie kennen. Jetzt haben wir Gewisssheit, dass wir richtig sind. Da kommt auch von nebenan eine junge Frau, die mich herzlich begrüßt. Es ist Sonja, Antonios Nichte.

Gegen 16.00 brechen Dagmar, Diana und ich nach Maputo auf. Olaf und Jens wollen im Busch bleiben, da wir in 2 Tagen mit Anonio wiederkommen wollen. Ca. 350 km. liegen noch vor uns. Es geht meist schnurgeradeaus. Die ersten Kilometer sind noch Baustelle, doch dann kann man die Höchstgeschwindigkeit ausnutzen. Mit 90 - 100 km/h geht es vorwärts. Im Abstand von etwa 10 Kilometern liegen kleinere Ortschaften direkt an der Straße. Die Geschwindigkeit wird zunächst auf 80 und dann auf 60 km/h begrenzt. In einem dieser Orte habe ich aber wohl das Bremspedal nicht gleich gefunden. Ein Herr in blau (Die Polizei in Mosambik hat blaue Uniformen) winkt uns mit seiner Kelle an den Straßenrand. Dort steht ein Stativ. Was das Teil darauf für eine Funktion hat, kann ich mir schon denken. Ich darf es mir genauer ansehen. Auf der Rückseite zeigt ein kleines Display in roter Schrift die Zahl 70 an. Man sollte sich eben an die bunten Täfelchen am Straßenrand halten. Der Beamte holt eine Tabelle vervor wo unter 10 km/h Überschreitung die Zahl 1.000.000 steht. Eine Million Meticais - ca. 35 Euro. Da werde ich wohl zahlen müssen. Aber eine Quittung wird man doch verlangen dürfen. Kein Problem, dafür braucht er aber meinen Führerschein weil der Name auf den Beleg muss. Plötzlich versucht will er etwas von mir. Eine Million Meticais ist für uns Touristen doch sicher eine Menge Geld. Könnten wir auf Quittung verzichten, würde sich dieser Betrag halbieren. Ich frage zur Sicherheit noch mal nach, da ich die Sache noch nicht so recht glauben kann. Also dann 500.000 Meticais? Ja, das geht so in Ordnung. Schönen Tag noch und weiter geht es. Und ab jetzt wird immer peinlich genau auf den Tacho geachtet, lieber ein paar km/h zu wenig als zu viel. Wieder kommt eine dieser Ortsdurchfahrten. In der Ortsmitte stehen mehrere Menschen am Straßenrand. Mit ordnungsgemäßer Geschwindigkeit kommen wir näher. Von der Seite kommt ein Junge mit einem Fahrrad. Anstatt stehenzubleiben tritt er in Pedale und fährt mir direkt vor das Auto. Nur mit einer Vollbremsung kann ich Schlimmeres vermeiden. Beim Bremsenquitschen springt er von seinem Rad zu Seite. Das Vorderrad werde ich wohl erwischt haben - denke ich. Aber er zieht sein Rad weg und verschwindet. Machen die hier so eine Art Mutprobe oder was? Meine Nerven lagen zu diesem Zeitpunkt blank. Aber wir müssen weiter, noch ein paar hundert Kilometer liegen vor uns. Auch haben ich kein Bedürfnis bei Dunkelheit durch die mosambikanische Prärie zu fahren. Entfernungstafeln sind auf der EN1, das ist die Strasse die Mosambik von Süd nach Nord durchzieht nur spärlich vorhanden. Als wir vermuten bald das Stadtgebiet von Maputo zu erreichen, sagt uns ein Wegweiser, dass es noch 75 km sind. Mittlerweile ist es komplett dunkel. Es herrscht wenig Verkehr und der Straßenzustand ist recht gut. Immer wieder tauchen plötzlich Personen am Rand auf. Am sichersten fühle ich mich, wenn ich im Abstand von 50 Meter hinter einem anderen Fahrzeug herfahren kann.


So
Maputo
Mo
Maputo-Zavala


Mi.
Zavala


Do.
Zavala-Maputo


Fr.
Maputo


Sa.
Maputo-Nelspruit


So.
Nelspruit-Jo.burg-Windhoek



Einige Links zum Thema:
www.backpackafrica.co.za

Übersicht über Backpacker im südlichen Afrika auch mit Mosambik

www.coastingafrica.com

Wie oben, scheint aber aktueller zu sein

www.revelin.co.za

Backpacker nordwestlich von Jo-Burg, erste Anlaufstation

www.mozambiquebackpackers.com

Fatimas Nest in Tofo Beach, waren wir 2001 und 2003 schon, kleiner Ort am Meer

www.afrikaaktuell.de/Simbabwe/editorial.html

Informationen von Ludwig Schadhauser zu Simbabwe

www.chimanimani.de

Seite von Heiko Mewes mit Informationen zu Simbabwe

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