Unsere Tour 2009 durch das südliche Afrika Republik Südafrika - Lesotho - Swasiland - Mosambik




















Von St. Lucia aus sind wir am 17.01 nach Swasiland in den Hlane-Nationalpark gefahren. Gegen Nachmittag waren wir dort und haben für den nächsten Tag einen geführten Game-Drive in einem Land-Rover-Defender mit den hochgesetzten Sitzbänken gebucht. Früh um sechs gings los. Wir sieben und der Fahrer."Hello, my name is Africa. I´m your guide". Kurz nach der Einfahrt in den inneren Bereich lag auch schon eine Löwenfamilie auf der Straße. Klick-Klick-Klick-Klick immer druff uff die Speicherkarte. Bis auf wenige Meter ist rangefahren, mit runtergeklappter Windschutzscheibe. Ob das sein muss? Na, er wird schon wissen was er tut. Weiter ging es zu neuen Abenteuern. Mal diesen und mal jenen Weg reingefahren, zu sehen gab es kaum etwas.

An einer Kurve dann ein paar Elefantenärsche rechts von uns. Wir sind um die Kurve rum um sie auch mal von vorn zu sehen zu bekommen - Fehlanzeige. Also wieder ein paar Meter zurückgesetzt - auch nichts mehr. Plötzlich kommt von links eine Elefantenkuh mit einem Kleinen im Schlepptau langsam auf uns zu. Dagamr sagt noch "Ist ja wie im Zoo hier. Sind wohl alle handzahm die Tiere?". Da steht die auch schon neben dem Landy mit dem Kopf genau auf meiner Höhe. Ich dachte die will nur mal schnüffeln, da ratzte auch schon ein Stoßszahn die Plane auf, genau vor meiner Nase. Jetzt Gang rein und nichts wie fort - Gang rein und verreckt war die Karre. Mama Elefant drückt noch mal zu und alles lag auf der Seite.

Ich weiß nicht wie lange absolute Stille und wir die Lage halbwegs peilen konnten. Alle schienen heil, nur Nicole lag zuunterst und wollte sich erst einmal nicht bewegen. Mit letzten bisschen Mut habe ich hintenrausgespäht - Elefant noch da, wenn auch in ca. 20m Entfernung.

Ich hatte keine Lust mehr ihn weiter zu beobachten, hätte ja doch nichts genützt. Zum Glück hat er sich langsam enfernt. Durch die drei großen Überrollbügel waren wir relativ geschützt und das Auto ist auf der Seite liegengeblieben. Es gibt auch Landies die das nicht haben! So, was nun? Der Fahrer hat ja ein Fungerät dabei. Damit fordert er jetzt Hilfe aus dem Camp an. Oh, sorry, the battery is weak. Wie bitte? Oh shit! Olaf und Jens hatten ihre Handys dabei. Jens - Akku leer. Olaf - Akku ok. Aber wie ist die Nummer der Parkverwaltung? Der Guide wird sie schon wissen. Wusste er auch, aber nicht die internationale Vorwahl von Swasiland. Jens kramt dann aus seinen Taschen unsere Quittung für die Tour raus - und darauf steht die komplette Vorwahl. Endlich bla-bla-bla alles wir gut.

Noch mussten einige endlose Minuten vergehen. Hin und wieder brummelt es verdächtig aus den Büschen. War das ein Elefant der nur mal tief Luft holt oder doch der Löwe, der ja auch irgendwo in der Nähe sein konnte? Ich hab mir eingebildet es ist Motorengeräusch von unserem Rettungswagen, der nach einem zweiten Telefonat endlich eintraf. Wir sind einzeln aus dem umgestürzten Landrover in den fahrbereiten geschlichen, nur Nicole musste gestützt werden. Sie hatte sich wohl etwas geprellt. Endlich konnten wir den Ort des Schreckens verlassen. Bis zum rettenden Tor waren es ca. 1000 m. Nie und nimmer wäre ich diese Strecke zu Fuß gegangen.

Nicoles "Prellung" wurde erst in der dritten Klinik in Nelspruit als Beckenbruch und zweifacher Steißbeinanbruch diagnostiziert. Am 27.01. wurde sie nach Deutschland ausgeflogen. Bis dahin hat es einige tausend Euro und endlose Nerven gekostet. Erst nach drei Tagen war die weitere Finanzierung durch ihre ADAC-Auslandskrankenversicherung gesichert. Bis dahin hat dieser Verein komplettes Unvermögen an den Tag gelegt. "Swasiland??? Ja wo ist das denn? - In Afrika! - Und in welchem Land? - Das ist ein Land in Afrika!" Die dachten wohl das liegt gleich neben Fantasialand.